REFLEXION I – Digitale Tools

Weniger ist mehr – auch bei digitalen Tools!

Stefan Köppli, 18.02.2021
  1. Ausgangslage

In dieser Reflexion möchte ich den Fokus auf digitale Tools legen und verschiedene Aspekte analysieren. Ausgehend von der Präsenzveranstaltung vom 18.09.2020 an der PHZH, an der wir als Teilnehmende in Kontakt mit einer Fülle von digitalen Tools kamen und in Workshop damit eigene Unterrichtsideen entwickelten, will ich das Thema von verschiedenen Sichtweisen beleuchten.

Übersicht aller Tools, die wir anschauen konnten (18.09.2020 / PHZH)

2. Fragestellung

Folgende Fragestellung steht im Raum: «Wie kommen Lehrpersonen in Kontakt mit neuen digitalen Tools und wie kann ich hier meine Funktion als PICTS wahrnehmen?

3. Begründung der Fragestellung

Abwechslungsreicher Unterricht ist für eine Lehrperson von grosser Bedeutung. Mit der zunehmenden Bedeutung von Computern und dem Internet ist es klar so, dass eine solche Abwechslung auch in einem modernen «Unterrichtssetting» unabdingbar ist. Vor allem für Lehrpersonen, die schon sehr lange am Unterrichten sind und allenfalls auch etwas älter sind, ist es nicht einfach, den adäquaten Umgang mit Smartphone, Computer und digitalen Tools aller Art zu erlernen resp. zu vertiefen. Dieser Tatsache möchte ich mithilfe dieser Reflexion begegnen und anhand von Rückblick, Einblick und Ausblick – die Idee, eine Reflexion anhand von Rück-, Ein- und Ausblick anzugehen, hatte ich in der Veranstaltung vom 19.09.2020 (siehe Überlegungen dazu hier) – die beiden Fragen «Wie kommen Lehrpersonen in Kontakt mit neuen digitalen Tools?» und «Wie kann ich hier meine Funktion als PICTS wahrnehmen?» beantworten.


4. Eigentliche Reflexion

rückblick

Start Weiterbildung bis heute

Ich kam – wie weiter oben erwähnt – vor etwas längerer Zeit in den Genuss, eine Fülle von neuen digitalen Tools kennen zu lernen. Schnell wurde mir klar, dass ich von den 24 oben erwähnten Programmen und Tools nie und nimmer alle im Detail testen und evaluieren konnte, da dies extrem viel Zeit beansprucht. Für mich war schnell klar, dass ich diese Tools in vier Gruppen einteile, um für mich ein sinnvolles Weiterarbeiten zu ermöglichen. Diese vier Gruppen sahen dann so aus:

  • Tools, die ich schon kenne, interessant finde und noch einmal vertieft anschauen wollte (bspw. Padlet)
  • Tools, die ich schon kenne, passabel finde und nicht noch einmal anschauen (bspw. Learningapps)
  • Tools, die ich als spannend erachte und unbedingt evaluieren wollte (bspw. Actionbound)
  • Tools, die ich nicht in die engere Auswahl nahm und nicht weiter vertieft analysierte (bspw. Sketchbook)

Die Frage, die sich hier natürlich sofort stellt, ist, wie kommen eigentlich solche neuen Tools an eine Schule resp. wie kommen Lehrpersonen in Kontakt mit solchen Tools. Hierzu haben wir in der Veranstaltung vom 7.10.2020 folgende zwei Folien besprochen (siehe auch hier):

Printscreen vom 7.10.2020
Printscreen vom 7.10.2020

Es geht also u.a. um die Themen Prozess bei Beschaffung, Bewilligung für Nutzung, Wissensaustausch sowie Kosten, Optik, Personalisierung, Hosting bis hin zum Datenschutz.

Einblick

Arbeit als LP, Mitglied der Arbeitsgruppe ICT an unserer Schule sowie als PICTS heute

Meine jetzige Arbeit als Lehrperson ist geprägt von strukturiertem Unterricht, bei dem immer mal wieder etwas Neues eingestreut wird – sei es eine Idee, die ich von meinen zwei Kinder adaptiere oder etwas, das mir einfällt und ich im Rahmen des Unterrichts einsetze. Zu diesen «Experimenten» gehören auch digitale Tools, die ich von Lehrerkolleginnen oder -kollegen kennen lerne oder im Rahmen der PICTS-Weiterbildung in Kontakt gekommen bin. Hierzu gehört beispielsweise Wonder.Me, das ich bei einer Klasse bspw. ganz spontan testen wollte. Meiner Ansicht nach ist es eminent wichtig, dass ich als Lehrperson «fit» im Umgang mit den Tools bin und auch stets Neues ausprobiere.

Wenn ich mich im Lehrerzimmer umhöre, ist es vielfach so, dass Zeit und Inspiration für neue Tools fehlen. Solche Tools lernt man offensichtlich während einer Weiterbildung kennen oder man ist gewillt, sein «Unterrichtsrepertoire» auszubauen und sonst wo neue Inputs zu sammeln. Für mich ist bspw. das Twitterlehrerzimmer auf Twitter eine wichtige Inspirationsquelle. Als PICTS kann und will ich eine wichtige Funktion innerhalb meiner Schule einnehmen, da ich – wie mit einem Trichter verglichen – Tools kennen lernen, evaluieren und dokumentieren kann. Anders formuliert heisst dies, dass ich eine Vorauswahl an digitalen Tools treffen und innerhalb meiner Schule anderen Lehrpersonen schmackhaft machen kann. So getan im Rahmen meines LNW 2, als ich total acht Tools vorstellte (Details siehe hier).

Ausblick

Zukünftige Tätigkeit als LP, Mitglied der Arbeitsgruppe ICT an unserer Schule sowie als PICTS (inkl. Persönliche Weiterentwicklung)

Für mich ist es wichtig, dass ich mein Wissen weitergeben kann. Dies war auch einer der Gründe, warum ich Berufsschullehrer geworden bin. Konkret bedeutet dies, dass ich in meinem Unterricht weiterhin kreative und «zeitgemässe» Elemente (= insbes. neue digitale Tools einsetze). Meiner Ansicht nach wird der adäquate Einsatz von Computer und Smartphone im Unterricht weiter an Bedeutung zunehmen (es könnte auch sein, dass bspw. das Thema «Gamification» immer wichtiger wird). Meine Rolle als PICTS ist an dieser Stelle von eminenter Wichtigkeit; ich kann neue Tools in meinem Unterricht testen, solche Tools in der Arbeitsgruppe ICT – bestehend aus vier IT-affinen Lehrpersonen und einem Mitglied der Schulleitung besprechen – und dann mein Wissen dem Lehrergremium in einer passenden Form zur Verfügung stellen (siehe hierzu die Handlungsfelder als PICTS unten). Ob während einer Ad-hoc-Besprechung unter vier Augen, einer Weiterbildung im kleinen (Lehrer-)Kreis, einer für alle Lehrpersonen zugänglichen Wissensplattform oder bei der Beratung der Schulleitung – die Möglichkeiten meiner Aktivitäten sind grenzenlos, meine Ressourcen allerdings nicht!

Die Weiterbildung im Rahmen meines LNW 2 hat gezeigt, dass bei anderen Lehrpersonen ein grosses Interesse besteht, vertiefte Infos über digitale Tools zu bekommen. Dies werde ich ganz bald schon in Angriff nehmen. Eine Idee hierzu wäre bspw. ein ICT-Update, an dem ich so alle zwei Monate neue ICT-Inputs gebe.

Handlungsfelder PICTS (PHZH / Bildungsdirektion Kanton Zürich)

5. Schlussbetrachtung

Für mich stellen sich abschliessend drei Fragen im Zusammenhang mit (neuen) digitalen Tools:

  1. Was kann ich? Hier geht es darum, welche Tools ich schon gut genug kenne, um anderen davon zu erzählen resp. diese anderen zu erklären. Hilfreich ist hier sicher, dass ich – wie oben schon erwähnt – mein Wissen gerne mit anderen teile – und auch bei (internen) Weiterbildungen einen aktiven Part mag. Hier kommt mir sicher entgegen, dass ich auch in der Erwachsenenbildung tätig bin (Lehrauftrag an der Höheren Fachschule Uster und an der TEKO Luzern als Dozent für Kommunikation).
  2. Was will ich? Im Vordergrund steht hier, dass ich die Schule, an der ich tätig bin, weiterbringen und für die Zukunft «fit» machen will. Dazu gehört auch der professionelle Umgang mit digitalen Tools. Wenn man bedenkt, dass die Lernenden an unseren Schulen sehr viel Zeit mit ihren Smartphones verbringen, ist es wichtig, dass wir Lehrpersonen dies meiner Ansicht nach nicht einfach nur kritisch betrachten, sondern auch als Chance sehen. Es ist also wichtig, dass Lehrpersonen den Umgang mit Smartphone, Computer und digitalen Tools üben und ihre Kenntnisse gezielt auf- und ausbauen. Hier kann ich eine wichtige Berater-/Coaching-Funktion wahrnehmen, indem ich auf die individuelle Situation der einzelnen Lehrpersonen Rücksicht nehme und gezielt unterstütze.
  3. Wo brauche ich selbst noch Unterstützung/wo sind noch Fragen? Für mich persönlich stehen abschliessend zwei Themenfelder/Fragen im Raum. 1. Wie weit darf ich als LP/PICTS in Eigenregie gehen und Lehrerkolleginnen und -kollegen informieren, schulen und beraten? Wann muss ich die Schulleitung über meine Aktivitäten informieren? 2. Aufwand/Kosten: a) Meinen Aufwand kann ich momentan als Mitglied der AG ICT und im Rahmen von Zusatzleistungen geltend machen. Wird sich dies in Zukunft ändern und werde ich pro Woche allenfalls einmal fix zwei/drei Lektionen als PICTS «bekommen»? b) Kosten für die Tools: Wie soll ich da in Zukunft weiterfahren, wenn Kosten für Tools anfallen? Soll ich diese bis zu einem bestimmten Betrag selbst übernehmen (Investition in meine Zukunft)? Soll ich allenfalls ein fixes Budget pro Jahr beantragen, bei dem ich diese Kosten/Tests und dergleichen berücksichtige?

Quintessenz

Die Fülle der digitalen Tools ist riesig. Es besteht die latente Gefahr, dass man den Überblick verliert. Eine wichtige Erkenntnis ist für mich, dass man aus diesem riesigen Angebot an digitalen Tools bewusst einige wenige Tools auswählt und diese dann professionell anwenden kann. Darum gilt wie vielerorts auch bei den digitalen Tools: «Weniger ist auch hier mehr!»

Staad bei Rorschach am Bodensee / 18.02.2021 (eigenes Bild)

(C) Stefan Köppli, 18. Februar 2021

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